Eltern-Burn-Out: keine Kraft zum Arbeiten

Sebastian schleppt sich seit Wochen zur Arbeit. Er ist Head of IT in einem Start-Up.

Sein erstes Kind ist vier Jahre alt, sein zweites ist 14 Monate.

Das kleine wurde gerade in die Kita eingewöhnt, bekommt Zähne und ist noch nicht abgestillt.

Sebastian schläft sehr wenig, da er oft nachts vom kleinen geweckt wird.

Seine Frau Daniela hat gerade wieder angefangen zu arbeiten, im Alten Job mit 25h/Woche.

Da der Wiedereinstieg für Daniela nicht einfach ist - sie wird vom Chef unter Druck gesetzt - unterstützt Sebastian sie, wo er nur kann. Und das raubt ihm den Schlaf und nimmt ihm von Woche zu Woche mehr Kraft.
Daniela bekommt selbstverständlich die nächtliche Unruhe mit und schläft ebenfalls wenig - auch durch nächtliches Stillen. Das große Kind träumt zusätzlich schlecht und kommt alle paar Nächte zu den Eltern ins Bett.

 

Probleme sind vorprogrammiert.
Sebastian und Daniela riskieren, einen Eltern-Burn-Out zu bekommen und krank zu werden.

Sebsatian spürt bereits körperliche Anzeichen, hat Kopf- und Rückenschmerzen und ist oft überreizt. Seinem Chef ist das bereits auch aufgefallen. Da Sebastian aber eine wichtige Rolle im Unternehmen hat, hat der Chef ihn nicht darauf angesprochen.
Daniela spricht nicht mit Sebastian darüber, dass sie gern weniger arbeiten würde und mehr für das kleine Kind da wäre, denn die Familie braucht das Gehalt von Daniela.

Was schützt vor einem Eltern-Burn-Out?

Was können Daniela und Sebastian tun?

  • Reden und schlafen. So oft wie möglich.
  • Wünsche äußern, wer wieviel arbeiten kann/will/muss, wer Nachtdienste übernimmt
  • Planen: kommt ein Jobwechsel in Frage? Eine Stundenreduktion im Job, gibt es Home-Office-Möglichkeiten?
  • Hilfe holen: von Freunden, Familie, Babysittern, die beiden helfen, Zeit für sich zu finden. Manchmal hilft auch eine Leih-Oma. Ein Coaching ist in jedem Fall zu empfehlen.
  • Loslassen: Manche Gedanken und Ziele müssen neu ausgerichtet werden. Alte Glaubenssätze dürfen losgelassen werden, wenn sie blockieren (z. B. "Ich muss doch als Frau arbeiten, um mich vor anderen zu beweisen.")
  • Reden und schlafen. So oft wie möglich.
  • Mit den Arbeitgebern sprechen. Evtl. gibt es Möglichkeiten, von denen beide noch nichts wissen.

Was können Arbeitgeber präventiv machen?

  • Offen und empathisch sein. Schildern Sie Ihre Wahrnehmung dem Angestellten gegenüber. Sagen Sie ihm, dass Sie sehen, wie er sich ins Zeug legt - für den Job und die Familie.
  • Gefühle ausdrücken. Erzählen Sie ihm, was das mit Ihnen macht. Sind Sie stolz und gleichzeitig besorgt?
  • Informationen einfordern. Fragen Sie intern, welche Möglichkeiten es gibt, den Angestellten zu unterstützen. Sagen Sie ihm, welche Informationen Sie von ihm brauchen und bitten ihn darum.
  • Lösungen finden. Gemeinsam mit dem Angestellten finden Sie eine individuelle und flexible Lösung, die für alle Beteiligten sinnvoll und hilfreich ist und jeder Zeit besprochen werden kann.
  • Bleiben Sie offen. Und reden Sie regelmäßig. Nur wenn Sie aufmerksam bleiben, halten Sie den Kontakt zum Angestellten und können rechtzeitig reagieren. Bleiben Sie dabei wertschätzend und respektvoll.

Bei Fragen und Anmerkungen bin ich für dich/Sie da!

 

Carola Franke

happy-mom-coaching.de

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